Wenn Sie auf der Suche nach einer Präzisions-Schlauchpumpe sind, die für präzise Laboranwendungen mit Durchflussraten von weniger als 1 µl/min bis zu 366,7 ml/min ausgelegt ist – je nach Anzahl der Rollen im Pumpenkopf –, sollten Sie sich die Longer L100-1S-2. Diese Pumpe fördert Ihre Flüssigkeiten mit höchster Präzision über einen breiten Durchflussbereich hinweg und ist zudem relativ preiswert.
Es lässt sich von Ihrem Computer aus fernsteuern, was Ihnen mehr Flexibilität und Komfort bietet, insbesondere wenn Sie komplexe Pumpenprogramme mit Schleifen, Pausen und variierenden Durchflussraten ausführen möchten.
In diesem Blogbeitrag zeigen wir Ihnen, wie Sie über das LONGER-RS485-Protokoll mit der L100-1S-2 kommunizieren können. Dabei handelt es sich um ein serielles Kommunikationsprotokoll, mit dem Sie Befehle an die Pumpe senden und Antworten von ihr empfangen können. Außerdem stellen wir Ihnen einige Beispiele und Codeausschnitte vor, die veranschaulichen, wie Sie mit Matlab Steuerbefehlszeichenfolgen erstellen und an die Pumpe senden können.
INHALTSVERZEICHNIS
Was benötigen Sie für die Kommunikation mit dem L100-1S-2?
Um über das LONGER-RS485-Protokoll mit dem L100-1S-2 zu kommunizieren, benötigen Sie Folgendes:
- Eine Pumpe vom Typ L100-1S-2 mit einer Pumpeneinheit und einer tube Ihrer Wahl
- Ein RS485 -Steuermodul, das an den DB15-Anschluss auf der Rückseite der Pumpe angeschlossen wird
- Ein serielles Kabel, das das RS485-Steuermodul mit Ihrem Computer oder Gerät verbindet
- Eine Programmierplattform (im vorliegenden Fall MATLAB)
- Grundlegende Kenntnisse über das Datenformat, das Befehlsformat und das PDU-Format des LONGER-RS485-Protokolls (Erläuterung siehe unten 👇)
Wie richte ich den Kommunikationsanschluss ein?
Bevor Sie mit dem Senden und Empfangen von Daten von der Pumpe beginnen können, müssen Sie den Kommunikationsanschluss korrekt einrichten. Gehen Sie dazu wie folgt vor:
- Schließen Sie den DB15-Stecker an den DB15-Anschluss auf der Rückseite der Pumpe an.
- Schalten Sie die Pumpe ein und rufen Sie über die Tasten auf der Vorderseite der Pumpe das Einstellungsmenü für die Fernbedienung auf. Stellen Sie den Fernbedienungsmodus auf „COM“ ein 🕹️
- Stellen Sie sicher, dass die Kommunikationsparameter auf Ihrer Programmierplattform mit denen des L100-1S-2 übereinstimmen (wie in der folgenden Abbildung dargestellt). Diese lauten:
- 1 Startbit
- 8 Datenbits
- Parität: P-n (keine Parität), P-O (ungerade Parität) oder P-E (gerade Parität)
- Stoppbit: S-1 (1 Stoppbit) oder S-2 (2 Stoppbits)
- Baudrate: 12 (1200 Bit/s), 24 (2400 Bit/s), 48 (4800 Bit/s), 96 (9600 Bit/s), 192 (19200 Bit/s) oder 384 (38400 Bit/s)
Wie schreibt man Steuerbefehlszeichenfolgen an den L100-1S-2?
Sobald Sie den Kommunikationsanschluss eingerichtet haben, können Sie damit beginnen, Steuerbefehlszeichenfolgen zu erstellen und an die Pumpe zu senden. Eine Steuerbefehlszeichenfolge ist eine Folge von Hexadezimalzeichen, die einem bestimmten Format folgt, das sich wie folgt zusammensetzt:
- eine Startflagge (E9H)
- eine Pumpenadresse (1 bis 30)
- die Länge der PDU (Protokoll-Dateneinheit)
- eine PDU, die die Befehlszeichen und die Parameter für die gewünschte Anwendung enthält
- eine Frame-Check-Sequenz (FCS), die durch Berechnung des XOR-Werts aus der Pump-Adresse, der Länge der PDU und der PDU selbst ermittelt wird (berechnen Sie Ihre FCS mit unserem Online-Rechner für Frame-Check-Sequenzen)
Die PDU und ihre Länge hängen von der jeweiligen Anwendung der Pumpe ab. Zu den gängigen Anwendungen zählen unter anderem:
- Betriebsparameter (Drehzahl) einstellen
- Laufparameter (Drehzahl) auslesen
- Betriebsparameter (Durchfluss) einstellen
- Laufparameter (Durchfluss) auslesen
- Stellen Sie die Kommunikationsparameter der Pumpe ein
Für jede Anwendung gibt es einen entsprechenden Satz von Befehlszeichen und Parametern, die Sie in die PDU aufnehmen müssen. Diese Parameter werden im Folgenden näher erläutert.
Betriebsparameter einstellen (Drehzahl)
Diese Anwendung besteht aus Schreibvorgängen an die Pumpe. Die Gesamtlänge der PDU beträgt 6 Byte, wobei die Steuerbefehlszeichenfolge (in genau dieser Reihenfolge) aus folgenden Elementen besteht:
| WJ | Geschwindigkeit einstellen | Zustand 1 | Zustand 2 |
| 2 Byte | 2 Byte | 1 Byte | 1 Byte |
- WJ, 2-Byte-Steuerbefehlszeichenfolge, 57 4A
- Drehzahl einstellen (2 Byte) mit einer Drehzahleinheit von 0,01 U/min und einer maximalen Drehzahl von 100 U/min
- Zustand 1 (1 Byte):
- Bit 0 – Start-/Stopp-Bit, wobei 1 den Start der Pumpe und 0 deren Stopp bedeutet
- Bit 1 – Startbit, wobei „1“ den Start der Pumpe bei voller Drehzahl (100 U/min) und „0“ den Betrieb der Pumpe bei normaler Drehzahl bedeutet
- Zustand 2 (1 Byte):
- Bit 0 – legt dieDrehrichtungfest, wobei 0 für den Uhrzeigersinn und 1 für den Gegenuhrzeigersinn steht
Die Pumpe antwortet mit WJ und zeigt nach dem Empfang der Steuerbefehlszeichenfolge auf ihrem Frontdisplay die Drehzahl und die Drehrichtung an.
Betriebsparameter lesen (Drehzahl)
Diese Anwendung besteht aus dem Auslesen von Daten aus der Pumpe. Die Gesamtlänge der PDU beträgt 2 Byte, wobei die Steuerbefehlszeichenfolge wie folgt lautet RJlautet.
Die Reaktion der Pumpe umfasst:
| RJ | Geschwindigkeit anzeigen | Zustand 1 | Zustand 2 |
| 2 Byte | 2 Byte | 1 Byte | 1 Byte |
- RJ, Steuerbefehlszeichenfolge mit 2 Bytes, 52 4A
Betriebsparameter einstellen (Durchfluss)
Diese Anwendung besteht darin, Daten an die Pumpe zu schreiben. Die Gesamtlänge der PDU beträgt 8 Byte, wobei die Steuerbefehlszeichenfolge aus folgenden Elementen besteht:
| WL | Durchflussrate einstellen | Zustand 1 | Zustand 2 |
| 2 Byte | 4 Byte | 1 Byte | 1 Byte |
- WL, Steuerbefehlszeichenfolge von 2 Bytes, 57 4C
- Durchflussrate einstellen (4 Bytes) mit der Durchfluss-Einheit nL/min
Die Pumpe antwortet mit WL Durchflussrate anzeigen (4 Byte)und zeigt nach Empfang der Steuerbefehlszeichenfolge auf ihrem Frontdisplay die Durchflussrate und die Drehrichtung an.
Betriebsparameter (Durchfluss) auslesen
Diese Anwendung dient zum Auslesen von Daten aus der Pumpe. Die Gesamtlänge der PDU beträgt 2 Byte, wobei die Steuerbefehlskette „RL“ lautet .
Die Reaktion der Pumpe umfasst:
| RL | Durchfluss anzeigen | Zustand 1 | Zustand 2 |
| 2 Byte | 4 Byte | 1 Byte | 1 Byte |
- RL, 2-Byte-Befehlszeichenfolge, 52 4C
Kommunikationsparameter der Pumpe einstellen
Diese Anwendung dient dazu, Daten an die Pumpe zu schreiben, um die verschiedenen Kommunikationsparameter einzustellen. Die Gesamtlänge der PDU beträgt 8 Byte, wobei die Steuerbefehlskette aus folgenden Elementen besteht:
| WID | Adresse | Baudrate | Parität | Stoppbit |
| 3 Byte | 1 Byte | 2 Byte | 1 Byte | 1 Byte |
- WID, Steuerbefehlszeichenfolge von 3 Bytes, 57 49 44
- Pumpenadresse(1 Byte), gültiger Bereich: 1–30
- Baudrate (2 Bytes), das High-Byte ist 00H und das Low-Byte ist wie in der folgenden Tabelle dargestellt:
| Niedriges Byte | Baudrate (Bit/s) |
|---|---|
| 01H | 1200 |
| 02H | 2400 |
| 03H | 4800 |
| 04H | 9600 |
| 05H | 19200 |
| 06H | 38400 |
| Sonstiger Wert | Ungültig |
- Parität (1 Byte), Einstellung gemäß der folgenden Tabelle:
| Einstellung | Parität |
|---|---|
| 01H | Keine Parität |
| 02H | Ungerade Parität |
| 03H | Gleichstand |
| Sonstiger Wert | Ungültig |
- Stoppbit (1 Byte), Einstellung gemäß der folgenden Tabelle:
| Einstellung | Stoppbit |
|---|---|
| 01H | 1 Stoppbit |
| 02H | 2 Stoppbits |
| Sonstiger Wert | Ungültig |
Beispiele für Steuerbefehlszeichenfolgen
- Stellen Sie den L100-1S-2 so ein, dass er sich mit einer Drehzahl von 20 U/min gegen den Uhrzeigersinn dreht.
Steuerbefehlszeichenfolge: E9 01 06 57 4A 07 D0 01 01 CD
- E9als Kennung
- 01als Adresse 1 der Pumpe
- 06als Länge der PDU (57 4A 07 D0 01 01)
- 57 4A als Befehlszeichen WJ
- 07 D0 bezieht sich auf die Drehzahl, 07 D0(hex) = 2000(dez); die Geschwindigkeitseinheit beträgt 0,01 U/min ⇒ die Drehzahl beträgt 20 U/min (nutzen Sie dazu unserOnline-Umrechnungstool)
- 01, um die Pumpe mit normaler Drehzahl zu starten
- 01, um die Pumpe gegen den Uhrzeigersinn laufen zu lassen
- CDals XOR-Ergebnis aus01(Pump-Adresse),06(PDU-Länge) und57 4A 07 D0 01 01(PDU)
- Stellen Sie das Gerät L100-1S-2 so ein, dass es sich im Uhrzeigersinn mit einer Durchflussrate von 3 ml/min dreht.
Steuerbefehlszeichenfolge: E9 01 08 57 4C 00 2D C6 C0 01 00 38
- E9als Kennung
- 01 als Adresse 1 der Pumpe
- 08 als Länge der PDU (57 4C 00 2D C6 C0 01 00)
- 57 4C als Befehlszeichen WL
- 00 2D C6 C0bezieht sich auf den Durchfluss; 00 2D C6 C0 (hex) = 3000000 (dez); die Einheit des Durchflusses ist nL/min ⇒ der Durchfluss beträgt 3000000 nL/min = 3 mL/min
- 01, um die Pumpe mit normaler Drehzahl zu starten
- 00, um die Pumpe im Uhrzeigersinn laufen zu lassen
- 38als XOR-Ergebnis aus01(Pumpenadresse),08(PDU-Länge) und 57 4C 00 2D C6 C0 01 00(PDU)
🚨Zögern Sie nicht, unseren benutzerfreundlichen Online -Befehlsgenerator zu nutzen, um mühelos präzise Steuerbefehlszeichenfolgen für Ihren L100-1S-2 zu erstellen.
Wie kommuniziert man mit dem L100-1S-2 über MATLAB?
Im Folgenden werden MATLAB-Codeausschnitte vorgestellt, die zeigen, wie man den seriellen Port öffnet, Steuerbefehlszeichenfolgen an die Pumpe schreibt und sendet sowie ein einfaches Pumpenprogramm schreibt.
Ausgehend von dem ersten, oben vorgestellten Beispiel sorgt der folgende Matlab-Codeausschnitt dafür, dass sich der L100-1S-2 mit einer Drehzahl von 20 U/min gegen den Uhrzeigersinn dreht.
%%% RUN PUMP 1, COUNTER-CLOCKWISE, AT A ROTATING SPEED OF 20 RPM
% Open the serial port with the data format corresponding to the L100-1S-2
% The parameters in the command need to be the same as the communication
parameters set for the pump
s = serialport('COM3', 9600, 'Parity', 'None', 'DataBits', 8, 'StopBits', 1);
% Write the corresponding control command string
Str = 'E9 01 06 57 4A 07 D0 01 01 CD';
% Read data from Str, convert it according to the format specified '%2x' (hexadecimal conversion), transpose and return the results in an array
Data = sscanf(Str, '%2x').';
% Write the Data to the pump in the form of an unsigned integer 8bits
write(s, Data, uint8);
- In einem zweiten Codeausschnitt lassen wir die Pumpe zunächst 10 Sekunden lang mit einer Durchflussrate von 5 ml/min gegen den Uhrzeigersinn laufen, anschließend 30 Sekunden lang mit einer Durchflussrate von 3 ml/min im Uhrzeigersinn, bevor wir sie anhalten.
%%% RUN PUMP 1 COUNTER-CLOCKWISE AT A FLOW RATE OF 5 mL/min FOR 10s, THEN CLOCKWISE AT A FLOW RATE OF 3 mL/min FOR 30s BEFORE STOPPING IT
% Open the serial port with the data format corresponding to the L100-1S-2
% The parameters in the command need to be the same as the communication
parameters set for the pump
s = serialport('COM3', 9600, 'Parity', 'None', 'DataBits', 8, 'StopBits', 1);
% Run pump 1 counter-clockwise at a flow rate of 5 mL/min for 10s
Str = 'E9 01 08 57 4C 00 4C 4B 40 01 01 55'; % corresponding control command string
Data = sscanf(Str, '%2x').';
write(s, Data, uint8); % write the Data to the pump
% 10s delay with a visible timer
Pumping_time = 10;
for Pumping_time = 10:-1:1
pause(1)
disp(['Remaining_time: ' num2str(Pumping_time)])
end
% Run pump 1 clockwise at a flow rate of 3 mL/min for 30s
Str = 'E9 01 08 57 4C 00 2D C6 C0 01 00 38'; % corresponding control command string
Data = sscanf(Str, '%2x').';
write(s, Data, uint8); % write the Data to the pump
% 30s delay with a visible timer
Pumping_time = 30;
for Pumping_time = 30:-1:1
pause(1)
disp(['Remaining_time: ' num2str(Pumping_time)])
end
% Stop the pump
Str = 'E9 01 08 57 4C 00 2D C6 C0 00 00 39'; % corresponding control command string; we took the previous command string and changed the State 1 byte from 01 (start the pump) to 00 (stop the pump) and of course computed the new fcs
Data = sscanf(Str, '%2x').';
write(s, Data, uint8); % write the Data to the pump
Fazit
Wir hoffen, dass dieser Blogbeitrag Ihnen dabei geholfen hat, zu verstehen, wie Sie die Peristaltikpumpe „ Longer “ L100-1S-2 über MATLAB mithilfe des LONGER-RS485-Protokolls fernsteuern können. Sie können auch andere Programmierplattformen wie Python verwenden, um Steuerbefehlszeichenfolgen zu schreiben und an die Pumpe zu senden sowie die Antworten der Pumpe auszulesen und zu interpretieren. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in unserem Blogbeitrag „Wie lässt sich die Longer L100-1S-2-Pumpe über Python steuern?“.
Sollten Sie Fragen oder Anregungen haben, können Sie sich gerne an uns wenden unter contact@darwin-microfluidics.com.



Wie lässt sich die Pumpe „Longer L100-1S-2“ über Python steuern? – Darwin Microfluidics
[…] Wir hoffen, dass dieser Blogbeitrag Ihnen dabei geholfen hat, zu verstehen, wie Sie die Peristaltikpumpe „ Longer “ L100-1S-2 über Python mithilfe des LONGER-RS485-Protokolls fernsteuern können. Sie können auch andere Programmierplattformen wie Matlab verwenden, um Steuerbefehlszeichenfolgen zu schreiben und an die Pumpe zu senden sowie die Antworten der Pumpe auszulesen und zu interpretieren. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in unserem Blogbeitrag „Wie lässt sich die Pumpe L100-1S-2 von Longer über Matlab steuern?“. […]
Wie lassen sich Ihre Peristaltikpumpen von Longer fernsteuern?
[…] Wie lässt sich die Pumpe „ Longer “ L100-1S-2 über MATLAB steuern? […]